Kapitel 1

Kennt ihr das, wenn ihr sehr viel Zeit an einem Ort verbringt, den ihr hasst? Es ist nicht unbedingt der Ort den du abscheulich findest, sondern eher die Menschen dort. Wie sie denken, wie sie über sich und andere reden, was sie machen und was sie von anderen verlangen. Ich lebe seit 18 Jahre an so einem Ort. Sozusagen mein ganzes, langes Leben. Ich weiß, dass es heißt das jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist und jeder es selbst in der Hand hat es zu ändern. Doch so einfach ist das nicht. Wenn ich abends in meinem Bett liege und die toten Stille dieses Ortes mich zu übermannen droht, bin ich jedes Mal kurz davor meinen Koffer zu packen und einfach zu verschwinden. Doch ich bleibe jedes Mal vor der dunklen, unbekannten Tiefe stehen. Ich bin kein Springer, sondern ein Denker. Ich bin sozusagen zu vernünftig um unvernünftig zu sein. Ich bin in meinem Leben noch nie gesprungen und trotzdem oft hart gelandet. Ich weiß das hört sich alles ziemlich erbärmlich und übertrieben an. Doch genauso fühlt sich mein Leben gerade an, erbämlich und hoffnungslos. Als ich ein kleines Kind war, da habe ich mir immer vorgestellt wie wunderbar alles später werden würde, wenn ich einmal groß bin. Ich habe keine Sekunde daran gezweifelt später einmal nicht glücklich sein zu können. Ich stellte mich stark, mutig, beliebt und unglaublich zufrieden vor. Doch wie ich festellen musste, sind Enttäuschungen  immer sehr schmerzhaft.

Nächstes Jahr muss ich mich entscheiden auf welches College ich gehe. Mein Vater sagt immer, dass es Zeit wäre mich endlich zu entwickeln. Doch bevor ich mich entwickeln kann, sollte ich erste einmal wissen wer ich bin.

Josh mein bester Freund ist der Meinung, dass es in dieser Stadt unmöglich ist, sich "selbst zu finden". Besonders in dem Vorort indem wir wohnen. Er sagt: " Die Alten sagen dir was du nicht sein sollst, deine Eltern sagen dir wie du sein musst und zeigen dir gleichzeitig wie du nie sein willst. Doch was DU willst bzw. was man ist das findest du hier nicht. Sobald du auf die Welt kommst, bekommst du von Ihnen einen Stempelf auf den Kopf gedrückt, der sich dein ganzes Leben nicht abwaschen lässt." Josh Eltern wollen, dass er Wirtschaftskunde sutidiert umd dann in eine großen Stadt zu ziehen und Tag für Tag in einem dieser langweiligen Büros zu sitzen und den Leuten das Geld aus den Taschen zu ziehen. Er sagte mir einmal " Weißt du Nile, der einzige Grund warum meine Eltern wollen, dass ich Bänker werde ist, um an diesem scheiß Ort, zu diesen scheiß Leuten sagen zu können, dass ihr scheiß fucking Sohn viel Geld verdient. Nur weil sie es in ihrem Leben zu nichts gebracht haben, versuchen sie das Leben ihrer Kinder zu zerstören. Ja vielleicht übertreibe ich ein wenig, doch der Kerngedanke ist derselbe." Vermutlich hätte ich daraufhin ihm den Rat geben sollen, sich gegen seine Eltern zu stellen und Fotografie zu studieren, genauso wie er sich das immger gewünscht hatte. Doch jemanden zu sagen mutig zu sein, wenn man es selbser nicht ist, ist sinnlos und erbärmlich zugleich. Deswegen hörte ich ihm nur zu und sagte nichts. Josh hatte öfters solche Momente, indenen er von dieser Welt abhob, kurz austickte, wieder landete und alles ist wieder wie zuvor. So als wäre nichts gewesen. Auch damals als er auf der Brücke stand und springen wollte war es so. Ich, Josh und Cloud waren zuvor auf einer Party gewesen und hatten ordentlich Alkohol getrunken um zu vergessen wie schlecht die Party eigentlich war, damit wir am Montag in der Schule erzählen konnten, was für ein tolles Wochenende wir hatten. Auf jeden Fall, war Josh plötzlich weg. Cloud und Ich fanden ihn wacklig auf einer Brücke stehen, die 10 Meter hoch war. Er brüllte sehr viel wirres Zeug in die Nacht. Als ich und Cloud ihn schließlich in Sicherheit gebracht hatten, hat er nur gesagt " Ich wollte nur etwas spüren, versteht ihr? In dieser toten Welt wollte ich nur einen Moment etwas spüren." Was natürlich ein Widerspruch in sich war. Doch ich fragte ihn: " Hast du etwas Gespürt?" Und er sagte " Nein", damit hatte sich die Sache erledigt und es wurde nie wieder ein Wort darüber verloren. Als ich an diesem Abend in meinem Bett lag, habe ich immernoch gezittert. Ich wollte einfach nur vergessen, wie es sich angefühlt hatte Josh auf dieser Brücke zu sehen. Deswegen beschloss ich nie wieder darüber zu reden, mit niemanden, damit es fast so war, als hätte es die Nacht auf der Brücke nie gegeben.

- Kapitel 1 Ende -

©littlefairytales

 

Kapitel 2

Ich, Josh und Cloud waren die absoluten Loser auf unserer Schule. Wir waren die sogenannten Freaks unter den anderen Schülern. Aber nicht die Sorte von Freaks, die man mochte, weil man sie zwar komisch aber ganz niedlich fand. Nein, wir gehörten zu dieser Art von Freaks, denen man lieber aus dem Weg ging und so tat als würden sie nicht existieren. Wir waren klug und genau das war unser Problem. Ich habe mir unsere Unsichtbar immer so erklärt, dass wir Superkräfte ausstrahlen, die den anderen Angst macht, weil wir ihre falschen, schmutzigen Spiele durchschauen konnten. Ich war noch nie auf einen ihrer legendären Parys gewesen. Zum einen, weil ich noch nie eingeladen wurde, doch zum Anderen würde ich niemals dort hingehen. Wo Hass und Intrigen ihr Zuhaue haben. Bei Ihnen geht es sich darum sich wirklich zu mögen. Bei ihnen werden Freundschaften nur rein zweckmäßig geschlossen. Natürlich waren die Reichsten in unserem Wohnviertel, auch die Beliebtesten, Schöhnsten und nach außen hin auch die Glücklichsten. Der Rest, der Schüler ließ sich von dem Glanz, den diese Gruppe ausstrahlte, blenden. Wenn jemand mich nach meiner persönlichen Meinung über sie gefragt hätte, dann hätte ich sie als stumpf, leer und alles andere als glanzvoll beschrieben. Doch niemand hier würde mich, Niles Foster, aus dem  Leistungskurs Chemie nach seiner Meinung über die Hippsten Personen an unserer Schule fragen.

Wir drei liebten die Ordnung und die Routine. Ich glaube das ist auch der Grund warum wir Freunde wurden, weil wir nach und nach zum Alltag des anderen wurden. Nicht aus einem bestimmten Grund, sondern einfach nur weil es Routine war. Deswegen sah unser Schultag, abgesehen von den unterschiedlichen Fächern, jeden Tag gleich aus. Josh und Cloud holten mich immer morgen um halb 8 von Zuhause ab. Danach fuhren wir gemeinsam mit unseren Fahrräder, weil niemand von uns sich ein Auto leisten konnte, zur Schule. Während wir uns über irgendwelche verrückten Zeichentrickserien unterhielten. In der Schule waren wir dann auf Bedacht nicht in die Hände des aggressiven Jason zu gelangen und unauffällig von einem Klassenzimmer in das nächste zu gelangen. Die einzigen denen wir auffielen waren unsere Lehrer, was im Anbetracht der Tatsachen ziemlich traurig war. Um 13 Uhr stürmten alle Schüler in die Cafeteria an ihre jeweiligen Gruppentische, während wir uns im Keller unter die Treppe saßen und unser Mittagessen verspeisten. Ich und Josh nahmen wie jeden Mittag Schokopudding, währen Cloud seinen Vanilliepudding aß. Josh bekam wie jeden Tag sein Streak, weil Cloud eigentlich Vegetarier war. Jedoch Josh zuliebe nicht das  Vegetarische Menü nahm. Ich glaube wir haben noch nie unseren Alltag hinterfragt, weil er ebenso war wie er war. Doch an diesem Mittag tauchte plötzlich eine Veränderung auf. Diese Veränderung hieß Cara Lynn Steel. Sie stand plötzlich da, ohne zu wissen, dass sie damit unsere Ordnung auseinander brachte.